1 - Menschenrechte in Zeiten der Disruption – eine lokale Perspektive [ID:61489]
Teil einer Videoserie :
Presenters
Prof. Dr. Christina Binder
Zugänglich über
Offener Zugang
Dauer
00:00:00 Min
Aufnahmedatum
2026-02-06
Hochgeladen am
2026-02-12 09:08:25
Sprache
de-DE
06.02.2026 | Michael-Krennerich-Gedächtnisvorlesung am FAU CHREN | Vortrag von Prof. Dr. Christina Binder (Universität der Bundeswehr München) mit dem Titel: "Menschenrechte in Zeiten der Disruption - eine lokale Perspektive".
Das FAU CHREN lädt herzlich zur ersten Michael-Krennerich-Gedächtnisvorlesung ein. Wir freuen über den Beitrag von Prof. Dr. Christina Binder von der Universität der Bundeswehr München: "Menschenrechte in Zeiten der Disruption - eine lokale Perspektive".
Das FAU CHREN lädt herzlich zur ersten Michael-Krennerich-Gedächtnisvorlesung ein. Wir freuen über den Beitrag von Prof. Dr. Christina Binder von der Universität der Bundeswehr München: "Menschenrechte in Zeiten der Disruption - eine lokale Perspektive".
Abstract der Vorlesung
Menschenrechte geraten zunehmend unter Druck, in vielen Bereichen. Populistische und nationalistische Strömungen wenden sich gegen pluralistische Demokratien und Rechtsstaatlichkeit; die zunehmende soziale Ungleichheit stellt Errungenschaften im Bereich wirtschaftlicher und sozialer Rechte in Frage; auch die Klimakrise hat umfassende menschenrechtliche Auswirkungen. Hinzu kommt ein Rütteln an den Grundfesten der Völkerrechtsordnung, wo Machtpolitik zunehmend Multilateralismus ersetzt, es einen Backlash gegen internationale Organisationen und Institutionen – inklusive der Menschenrechtsgerichtshöfe gibt – und völkerrechtliche Grundregeln wie das Gewaltverbot missachtet werden. Nach der Euphorie der 1990er Jahre und Anfang 2000 macht sich große Ernüchterung breit. Ausgehend von einer empirischen Bestandsaufnahme nimmt die Vorlesung eine menschenrechtliche Einordnung dieser disruptiven Tendenzen vor. Daran anschließend erörtert sie am Beispiel der European Urban Charter III (2023) des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates, welche Möglichkeiten es insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene gibt, um gegenzusteuern.
Über die Speakerin Prof. Dr. Christina Binder
Christina Binder ist seit April 2017 W-3 Professorin für internationales Recht und internationalen Menschenrechtsschutz an der Universität der Bundeswehr München. Zuvor war sie Universitätsprofessorin für Völkerrecht an der Universität Wien und stellvertretende Leiterin des interdisziplinären Forschungszentrums „Human Rights“. Christina war Mitglied des Vorstands und Vizepräsidentin der European Society of International Law, sie ist Mitglied des Rates des Global Campus for Human Rights and Democratization und im Vorstand des Wiener Forums für Demokratie und Menschenrechte. Christina ist Mitglied im „Committee Urbanisation and International Law – Potential & Pitfalls”, im „Committee International Law for the SDGs” und war Co-Berichterstatterin des „Committee on Human Rights in Times of Emergency” der International Law Association (ILA). Sie ist General Editor für das interamerikanische Menschenrechtssystem der Oxford Reports of International Law (ORIL), Mitherausgeberin der Zeitschrift für Menschenrechte, des European Yearbook of International Economic Law und des Hungarian Yearbook of International and European Law. Christina war weiters als Rechtsberaterin für Wahlmissionen der OSZE/ODIHR und der EU tätig und berät auch die Venedigkommission in Wahlangelegenheiten. Sie ist Mitglied der Group of Independent Experts und Electoral Expert für den Congress of Local and Regional Authorities des Europarates und begleitete die Überarbeitung der European Urban Charter III (2023) als Expertin.
Über Prof. Dr. Michael Krennerich †
Michael Krennerich war Professor für Politikwissenschaft am Institut für Politische Wissenschaft und seit Juni 2023 wissenschaftlicher Leiter des CHREN, das er 2014 mitbegründet hat und an dessen weiterem Ausbau und personeller Verstärkung er maßgeblich beteiligt war.
Prof. Krennerich studierte Politikwissenschaft, öffentliches Recht und Philosophie an der Universität Heidelberg, wo er mit einer Studie zu Wahlen und Antiregimekriegen in Zentralamerika promoviert wurde. 2006 wechselte er an die FAU, wo er 2009 den Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik mitaufbaute und sich 2012 mit einer grundlegenden Arbeit zu den sozialen Menschenrechten habilitierte. Von 2014 bis 2020 war er auch Co-Direktor des internationalen Masterstudiengangs Human Rights an der FAU.
Bis zuletzt war Michael Krennerich trotz seiner Krankheit wissenschaftlich äußerst produktiv und in Forschung und Lehre aktiv. 2024 erschien die englischsprachige Fassung seines Buchs zu Menschenrechtspolitik (Human Rights Politics. An Introduction, Springer 2024). Als leitender Herausgeber der Zeitschrift für Menschenrechte betrieb er auch die Ausgabe der Zeitschrift zu „Menschenrechten und Kunst“ mit großem Nachdruck voran.
Michael Krennerich war nicht nur herausragender Menschenrechtsforscher und -lehrer, sondern engagierte sich auch politisch und gesellschaftlich für Menschenrechte. Er war Vorsitzender des „Nürnberger Menschenrechtszentrum e.V.“, Mitglied im Koordinierungsausschuss des bundesweiten Netzwerks deutscher Menschenrechtsorganisationen „Forum Menschenrechte“ und Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Als Berater für das Auswärtige Amt, zahlreiche Behörden und Institutionen und Experte bei Bundestagsanhörungen trug er seine wissenschaftliche Expertise in die Praxis und fand viel Beachtung. Für sein Engagement erhielt er die 2017 Nürnberger Bürgermedaille.
Prof. Dr. Michael Krennerich verstarb im Dezember 2024.
Über die Speakerin Prof. Dr. Christina Binder
Christina Binder ist seit April 2017 W-3 Professorin für internationales Recht und internationalen Menschenrechtsschutz an der Universität der Bundeswehr München. Zuvor war sie Universitätsprofessorin für Völkerrecht an der Universität Wien und stellvertretende Leiterin des interdisziplinären Forschungszentrums „Human Rights“. Christina war Mitglied des Vorstands und Vizepräsidentin der European Society of International Law, sie ist Mitglied des Rates des Global Campus for Human Rights and Democratization und im Vorstand des Wiener Forums für Demokratie und Menschenrechte. Christina ist Mitglied im „Committee Urbanisation and International Law – Potential & Pitfalls”, im „Committee International Law for the SDGs” und war Co-Berichterstatterin des „Committee on Human Rights in Times of Emergency” der International Law Association (ILA). Sie ist General Editor für das interamerikanische Menschenrechtssystem der Oxford Reports of International Law (ORIL), Mitherausgeberin der Zeitschrift für Menschenrechte, des European Yearbook of International Economic Law und des Hungarian Yearbook of International and European Law. Christina war weiters als Rechtsberaterin für Wahlmissionen der OSZE/ODIHR und der EU tätig und berät auch die Venedigkommission in Wahlangelegenheiten. Sie ist Mitglied der Group of Independent Experts und Electoral Expert für den Congress of Local and Regional Authorities des Europarates und begleitete die Überarbeitung der European Urban Charter III (2023) als Expertin.
Über Prof. Dr. Michael Krennerich †
Michael Krennerich war Professor für Politikwissenschaft am Institut für Politische Wissenschaft und seit Juni 2023 wissenschaftlicher Leiter des CHREN, das er 2014 mitbegründet hat und an dessen weiterem Ausbau und personeller Verstärkung er maßgeblich beteiligt war.
Prof. Krennerich studierte Politikwissenschaft, öffentliches Recht und Philosophie an der Universität Heidelberg, wo er mit einer Studie zu Wahlen und Antiregimekriegen in Zentralamerika promoviert wurde. 2006 wechselte er an die FAU, wo er 2009 den Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik mitaufbaute und sich 2012 mit einer grundlegenden Arbeit zu den sozialen Menschenrechten habilitierte. Von 2014 bis 2020 war er auch Co-Direktor des internationalen Masterstudiengangs Human Rights an der FAU.
Bis zuletzt war Michael Krennerich trotz seiner Krankheit wissenschaftlich äußerst produktiv und in Forschung und Lehre aktiv. 2024 erschien die englischsprachige Fassung seines Buchs zu Menschenrechtspolitik (Human Rights Politics. An Introduction, Springer 2024). Als leitender Herausgeber der Zeitschrift für Menschenrechte betrieb er auch die Ausgabe der Zeitschrift zu „Menschenrechten und Kunst“ mit großem Nachdruck voran.
Michael Krennerich war nicht nur herausragender Menschenrechtsforscher und -lehrer, sondern engagierte sich auch politisch und gesellschaftlich für Menschenrechte. Er war Vorsitzender des „Nürnberger Menschenrechtszentrum e.V.“, Mitglied im Koordinierungsausschuss des bundesweiten Netzwerks deutscher Menschenrechtsorganisationen „Forum Menschenrechte“ und Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Als Berater für das Auswärtige Amt, zahlreiche Behörden und Institutionen und Experte bei Bundestagsanhörungen trug er seine wissenschaftliche Expertise in die Praxis und fand viel Beachtung. Für sein Engagement erhielt er die 2017 Nürnberger Bürgermedaille.
Prof. Dr. Michael Krennerich verstarb im Dezember 2024.