Die individuelle Reflexivität wird damit zu einem zentralen Moment der gesellschaftlichen Integration.
Das wurde schon andeutungsweise in der letzten Lehr-Einheit deutlich
wo die Frage nach dem Allgemeinen
beantwortet wurde mit der Desintegration
also mit dem Zerbrechen dieses Allgemeinen
wenn Sie sich erinnern durch das Eindringen
durch die Autonomisierung von gesellschaftlichen Systemen
die in ihren eigenen Logiken Eindringen in die Lebenswelten und zu Pathologien nach Habermaß der Lebenswelten führen.
Wie wir jetzt heute gesehen haben
auch im Zuge der Krisen
die Modernisierungsprozesse insgesamt auslösen
zu Individualisierungstendenzen oder eben auch zum Individualismus.
Die Ganzheit kann nicht mehr objektiv hergestellt werden.
Nur die Desintegrationseffekte können aufgefangen werden durch die Komplexitätssteigerung auf Seiten der Individuen
die der Komplexität der gesellschaftlichen Lebenswelten
und wir müssen ja auch sagen
die sind ja nicht nur gesellschaftlich im Sinne von symbolischen Lebenswelten
sondern das betrifft ja auch das zu Beginn der Vorlesung
auch stark thematisierte Naturverhältnis
also die kompletten weltbezogenen Umstände in diesem Sinne.
Diese müssen also reflexiv nun vom Individuum eingeholt werden
da die normativen Folien und die Tradierungen
die das vorher regeln konnten
auch Geltungsverlusten unterliegen.
Und dies hat ebenfalls auch bereits Habermas in der 1981er zuerst erschienen Theorie des kommunikativen Handelns
deutlich herausgestellt.
Es ist interessant, wie dies hier auch als eine neue Forderung von Habermas bereits formuliert wurde.
Er schreibt also dort
im Zuge des Individualierungsprozesses muss der Einzelne seine Identität
hinter die Linien der konkreten Lebenswelt und seines an dieser Herkunft haften den Charakters zurücknehmen
um hier gleich einzuhaken, hinter die Linien der konkreten Lebenswelt.
Das heißt
hier wird schon im ersten Satz des Zitates gefordert
dass der Einzelne im Prinzip sich von dem lösen muss
was er gelernt hat und wo er herkommt.
Er muss also bereit sein, eine Distanz dazu einzunehmen, zu dem, was man nun mal ist,
weil man ist an einem bestimmten Standort, an dem man aufgewachsen ist,
beispielsweise mit bestimmten Werken
die sich damit verbinden
weil man es eben so geworden ist.
Also hier merken Sie schon
Identität ist nicht einfach nur
was man hat für Habermas an dieser Stelle
sondern es ist eine eine Zumutung damit verbunden und zwar die Zumutung
sich eigentlich von dem zu distanzieren
also dahinter zurückzunehmen sozusagen
was eben daran hängt und also irgendetwas Neues dann eben auch zu werden.
Hier geht es ja um die Identität.
Die Identität des Ich, schreibt er weiterhin, kann dann nur noch über die abstrakte Fähigkeit stabilisiert werden,
auch angesichts inkompatibler Rollenerwartungen und im Durchgang durch eine Folge widersprüchlicher Rollensysteme
Presenters
Zugänglich über
Offener Zugang
Dauer
00:33:34 Min
Aufnahmedatum
2026-01-13
Hochgeladen am
2026-01-13 00:30:34
Sprache
de-DE