Auf die Plätze! Science!
Also, den ersten Intelligenztest bei so einem Science-Land, bei jedem Vortrag, ist immer die Aussprache meines Namens.
Das ist Ueber...
Okay.
Es war mir eine Ehre, danke für die Aufmerksamkeit.
Meine Kollegen haben gesagt, ich muss irgendein Zeichen wegbringen vom Arzt und ihr seht, als Rheumatologe Internist ist der Kittel ein bisschen angsterregend.
Da habe ich mir gedacht, ich bringe meinen alten Heino-Oren-Spiegel mit.
Der steht mir ganz gut und da wollte ich gleich mal hier analysieren.
Es geht um Medikamententreue.
Treue, da steckt das Wort Untreue drin.
Und was ich euch heute zeigen will, ist, wie wichtig diese Treue Untreue ist.
Und dass ihr, wahrscheinlich so 50% von euch, entweder schon untreu seid, habe ich gesehen, oder werdet.
Und das ist dramatisch.
Aber für mich als Arzt ist es total wichtig, dass ihr treu seid, dass ihr auf mich hört, dass ihr dem befolgt, was ich euch sage.
Ich stehe da in der Ecke, bin großmächtig, der Patient ist da unten, sitzt dort und hört auf mich.
Und ich werde auf ihn einreden und sagen, nimm dein Medikament, tu was ich dir sage.
Weil ich weiß es, ich habe da studiert, sechs, sieben, acht Jahre.
Erfolgreich oder nicht, ich habe Klausuren, vermasselt, verpasst.
Aber ich weiß es, ich weiß, was wichtig für dich ist.
Und du musst das Medikament nehmen.
Der Patient sagt, ich will ja nicht untreu sein, ich bin da eh, ich will ja nicht sagen, ich bin jetzt mal fremdgegangen.
Natürlich nehme ich es.
Klar, ich habe zwar Angst davor, ich bin damit schlecht, es schaut giftig aus.
Natürlich mache ich das, liebe Herr Doktor.
Und das nennt man Compliance des Einseitig, der Patient ist der Dofe.
Ja, der macht es falsch.
Ist das richtig so?
Eigentlich soll es anders sein.
Der Arzt soll viel kleiner sein.
Das sollte auf Augenhöhe passieren.
Und zusammen sollte man entscheiden, was für ein Medikament wichtig ist, welchen Weg man gehen soll, was für Ängste existieren.
Und ob das dem Patienten überhaupt hilft.
Weil wenn er es nicht nimmt, hilft es ihm nicht.
Und über allen Dingen steht natürlich die Krankenschwester.
Und das ist wirklich so, weil die Krankenschwester hat eine viel bessere Beziehung zum Patienten.
Der Patient traut der Krankenschwester viel mehr und sagt, die nehme ich nicht, die Medikamente, aber sagen sie nichts dem Doktor.
Und wenn es eine Liebe ist, dann sagt es.
Wenn nicht, dann auch nicht wirklich.
Aber was das optimale Ding wäre, wäre, dass alles zusammenspielt.
Man redet untereinander, man spricht über Befürchtungen, über Informationen.
Vielleicht hat er es nicht verstanden.
Und das Ganze ist dann eine gemeinsame Entscheidung.
Das nennt man Adherenz befolgen, Adherere.
Ein lateinisches Wort.
Und hier ist so ein Beispiel von meinen Zwillingen.
Ich habe die Ayla und die Lale.
Und die Ayla ist links, die macht das genauso, wie ich sie sage, trink deine Milch.
Und die Lale sagt, ich habe keinen Bock.
Und das ist dann Non-Adherenz, also nicht befolgende Medikamententreue usw.
Und dann geht die Ayla daher, schnappt sich die zweite Flasche, mehr, mehr.
Presenters
Dr. med. Axel Hueber
Zugänglich über
Offener Zugang
Dauer
00:10:47 Min
Aufnahmedatum
2016-02-02
Hochgeladen am
2016-02-15 16:59:07
Sprache
de-DE