SWR 2020
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Nach der kritischen Diagnose Adornus
der Diagnose der Halbbildung und der gesellschaftstheoretisch-kritischen Diagnose Horkheimer Adornus von der Dialektik der Aufklärung
die in ihr Gegenteil umschlage
ist das Bildungsdenken, das Bildungsprojekt natürlich herausgefordert.
Wenn Bildung notwendig zur Halbbildung verkommt, wie Adorno versuchte zu argumentieren, dann ist die Frage, wie sich daran in einer kritischen Haltung, aber dennoch positiv anschließen ließe.
Das heißt
wie eigentlich sowas wie Bildung
wie das Projekt der Bildung denn noch gerettet werden könne.
Diese Gedanken haben in den 60er und 70er Jahren insbesondere die kritischen Denker und Denkerinnen in pädagogischen Diskursen herausgefordert.
Und ich stelle Ihnen nachfolgend die ziemlich berühmte Position Wolfgang Klawkis vor.
Bei Klawki ging es um die Frage der Demokratisierung
der Möglichkeit Bildung in einem demokratietheoretischen Kontext zu denken.
Und das spielte in den 60er
70er Jahren des letzten Jahrhunderts in der WAD natürlich eine ziemlich prädominante Rolle.
Wie also lässt sich Allgemeinbildung noch begründen?
Drei Prinzipien kann man zunächst hervorheben.
Und zwar zunächst sagt Klawki, sind Bildungsfragen Gesellschaftsfragen.
Inwiefern sind sie das? In mindestens dreifacher Hinsicht.
Zum einen wird Gesellschaft immer von Menschen gemacht.
Und das impliziert, so Klawki, dass Gesellschaft veränderbar ist.
Sie ist nicht einfach so
wie sie ist
sondern sie muss immer wieder als diese Gesellschaft hergestellt werden.
Um das in einem kleinen Exkurs zu erläutern
der jetzt nicht von Klawki stammt
aber wenn Sie sich gesellschaftliche Institutionen betrachten
wie beispielsweise die Institution der Ehe
dann ist diese ja nichts materielles
sondern sie ist eine Form des Zusammenlebens innerhalb bestimmter normativer Vorstellungen
in deren Rahmen man sich bewegt
sodass eine gegenseitige Form von Verlässlichkeit gegeben ist
die dann auch zumindest in moderneren Gesellschaften Rechtsgrundlagen erhalten
die dann diese Lebensform als eine mögliche Form festschreiben.
Wenn man sich vorstellt
dass wir im Zuge der Sozialisation in diese Formgefüge unserer jeweiligen Zeit und Kultur so hineinwachsen
dass sie uns natürlich erscheinen müssen
da wir keine Kontrastmöglichkeit oder keine Differenz zu anderen Lebensweisen und Formen zunächst haben
dann erscheint uns die Welt, so wie sie ist, als selbstverständlich und gegeben.
Das heißt
es setzt schon gedankliche Arbeit voraus
die Veränderbarkeit der Welt überhaupt mitzudenken.
Das ist zum Beispiel auch etwas
wozu ein Studium oder idealerweise eben auch ein guter Schulbesuch Anlass geben sollten.
Also zunächst geht Klawki davon aus
dass die Gesellschaft nicht niemals einfach so ist
wie sie ist
sondern dass sie immer wieder hervorgebracht wird
Presenters
Zugänglich über
Offener Zugang
Dauer
00:00:00 Min
Aufnahmedatum
2025-12-15
Hochgeladen am
2026-01-08 19:46:53
Sprache
de-DE