7 - #WissenHören. Ewiges Eis? (Dr. Johannes Fürst)/ClipID:46728 previous clip next clip

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Dr. Johannes Fürst vom Department für Geographie und Geowissenschaften in Erlangen. Er forscht unter anderem im Bereich der Eisdynamik, Auslassgletscher und Eisdickenrekonstruktion. In dieser Folge sprechen wir mit ihm darüber, was man eigentlich unter Eisdynamik versteht, was ein Schokokuss mit Gletschern zu tun hat und wieso er schon mal durch einen eiskalten Gletscherfluss schwimmen musste.

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FAU Podcast #Wissenhören Hannah Haberberger, Nina Bundels

Recording date 2023-02-10

WissenHören. Wissenschaft direkt aus Ohr.

Unser Gast heute, Dr. Johannes Fürst vom Department für Geografie und Geowissenschaften in Erlangen. Er forscht unter anderem im Bereich der Eisdynamik, der Auslassgletscher und Eideckenrekonstruktion.

„Dann hat man irgendwann gemerkt, plötzlich verschwindet komplett Grönland auf lange Sicht. Warum?“

Und damit herzlich willkommen zu unserem Podcast rund um Wissenschaft an der Uni. Einfach, locker und sogar spielerisch erklärt. Wir, das sind Hannah, Janno, Anna und ich, Nina, haben zusammen mit dem ZIWIS und funklust, den Campusmedien an der FAU spannende und renommierte ForscherInnen unserer Uni vor das Mikro geholt. In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Johannes Fürstdarüber, was man eigentlich unter Eisdynamik versteht, was ein Schokokuss mit Gletschern zu tun hat und wieso er schon mal durch einen eiskalten Gletscherfluss schwimmen musste.

Heute wird es im Podcast ein kleines bisschen eisig, nicht weil die Stimmung jetzt eisig ist, sondern weil wir uns heute in Tennenlohe befinden. Und zwar bei Johannes Fürst. Und Johannes Fürst beschäftigt sich in seiner Forschung mit den Gletschern. Hallo.

Hallo.

Hallo. Und wir begeben uns heute wieder auf eine Reise durch Erlangen und wir wollen gar nicht weiter reden, sondern Sie würfeln einfach.

So, ich nehme den Würfel mal und eine Vier. Dann fahre ich mal vielfältig davor. Ich habe hier eine tolle Spielfigur vor mir stehen. Die dampft jetzt ab über das Schloss zum Schlossgarten zur PhilFak.

Zur PhilFak. Und bevor wir Ihnen gleich die erste Frage stellen, haben Sie eine kleine Aufgabe. An der PhilFak reden Sie gleich in Ihrer Antwort ohne Punkt und Komma quasi in einem Satz. - Und die Frage, die wir für Sie haben, wäre folgende. Und zwar haben wir gerade schon gesagt, dass sich Ihre Forschung rund um Eis und Gletscher dreht. Beziehungsweise steht auch da, Sie forschen zur Eisdynamik. Was ist denn Eisdynamik eigentlich?

Das ist eine sehr gute Frage. Wenn Sie einen Gletscher denken, dann denkt man ja vor allem an solche, wenn man in den Alpen ist und Skifahren ist vielleicht, oder in der Winterzeit oder im Sommer dann spazieren geht in den Alpen, dann sieht man in den höheren Lagen diese Eisfelder. Und jeder kann sich ja so vorstellen, dass eben das Eis dort hinkommt, weil da sehr viel Schnee fällt. Und da formt sich ja durch die Metamorphoseprozesse dann eben Eis aus diesem Schnee, der da oben eben runterfällt. Und was zum Teufel ist jetzt da Eisdynamik? Was bewegt sich da? Wenn man da draufsteht, ist ja nicht so, dass man dann wie eine Achterbahn runterfährt. Und in den meisten Eisfeldern in den Alpen bewegt sich einfach erst mal recht wenig und die Alpengletscher sind insgesamt sehr langsam. Trotzdem bewegt sich jeder Gletscher, weil der am Hang liegt und einfach runter fließt. Eisdynamik ist eigentlich dafür da, um es jetzt mal ganz stupide zu sagen, dass der Schnee, der oben fällt, nicht dort liegen bleibt und da oben sich ein riesengroßer Eisturm bildet. Sondern es fließt runter und schmilzt unten wieder ab. Und da gibt es jetzt einige Gletscher, die sind langsamer. Also in den Alpen sind wir so ganz grob mal, um jetzt die, vielleicht die Rekordgletscher rauszugreifen. Das sind die größten Aletschgletscher. Vielleicht kennt ihn der eine oder andere. Oder auch die Pasterze, der größte Gletscher in Österreich. Die sind dann so vielleicht zwischen 50 und 100 Meter pro Jahr an den schnellsten Stellen. Das heißt, das sind ein paar Zentimeter am Tag vielleicht. Also das ist jetzt nicht so, dass man da groß viel merkt. Aber es gibt auch andere, wenn wir jetzt bei Eisdynamik bleiben, um den Faden nicht zu verlieren. Es gibt andere Gletscher, die bewegen sich dann so rund, die Rekorde sind so bei 40 Meter pro Tag. Ganz grob, das sind ein paar Kilometer, ein paar zehn Kilometer pro Jahr.

Das kann man sich irgendwie gar nicht vorstellen. Was unterscheidet denn so ein Gletscher oder Gletschereis von normalem Eis?

Also das normale Eis, das, was ich immer holte, das sind irgendeine Eiscrembude. Da ist ganz viel Zucker drin. Und wenn das das normale Eis ist, dann ist Gletschereis, schonmal weniger zuckerhaltig. Es schmeckt auch relativ neutral. Kann man einen Whiskey reintun, das geht ganz gut. Oder wo man es eben braucht. Ansonsten, es hat sehr viel Struktur, glaube ich. Und es hat so ein Archiv für Klimainformation im Endeffekt. Ich glaube, das ist ein guter Unterscheidungspunkt, weil sich diese Eisschichten so Jahr für Jahr neu formen. Im Prinzip fällt der Schnee an irgendeiner Stelle, egal wo das jetzt ist, in den Alpen oder auf den großen Eisschilden, fällt da Jahr für Jahr Schnee drauf. Der Schnee wird immer dichter. Und irgendwann ist es so dicht, dass der eben zu Eis wird. Und bei diesen Verdichtungsprozessen bleiben halt auch irgendwelche Sprunggase drin, in diesem Eis eingeschlossen, dann am Schluss. Und beinhalten dann Informationen über das vorherrschende Klima, auch Temperaturen, solche Sachen sind eingeschlossen. Und im Prinzip hat man im Prinzip so einen Riesenhaufen von Schichten, die übereinander sind, so wie ein Pfannkuchen im Prinzip.

Dann werde ich auf jeden Fall das nächste Mal, wenn ich Pfannkuchen mache, an Gletscher denken. Dann würde ich sagen, schauen wir mal, ob sie schneller oder langsamer als ein Gletscher vorankommen mit dem nächsten Würfelzug.

Ja, ich hau mal rein und schau mal was passiert. Eine Drei habe ich, dann fahre ich mal weiter.

Und dann kommen wir im E-Werk an. Im E-Werk ist es ja für gewöhnlich, ein bisschen lauter, wenn ein Konzert ist oder eine Party. Und deswegen machen wir jetzt hier auch ein bisschen Party. - Wir befinden uns jetzt im E-Werk und wie es im E-Werk nun mal so der Fall ist, läuft natürlich Musik. Und jetzt haben wir Queen auf den Ohren und versuchen uns trotzdem zu verstehen. Ich habe auch eine Frage jetzt an Sie, Herr Fürst, und zwar befinden wir uns ja auf einem Spaßfeld. Und wir würden gerne von Ihnen wissen, was sind denn die Top 3 Gegenstände, die Sie mit auf eine Arktis Expedition nehmen würden?

Top 3 Gegenstände auf die Arktis Expedition, das ist eine gute Frage. Da muss ich kurz überlegen. Das schade dann. Also was ich auf jeden Fall mitnehmen würde, das habe ich gelernt, ist ein Kindle-Book. So dass man genug zu lesen hat, falls man schlechtes Wetter ist, hat man immer was dabei und kann die Zeit totschlagen. Ganz wichtig ist natürlich auch eine Kamera, vielleicht dann ein Stativ, weil es ist ja vielleicht auch mal Nacht da oben und zwar ziemlich lang. Und dann kann man rausgehen und richtig, richtig gute Fotos machen da draußen zum einen, wenn es stockdunkel ist und kein Mond zu sehen ist und falls Mond da ist, kann man wunderschöne Aufnahmen in den arktischen Bereichen machen. Und das Letzte, wenn ich noch nachdenke, dürfte eins, was mich schon lange reizt, ich weiß es nicht mehr, wie es genau war, aber von der ersten Grönland-Traverse, Anfang, das war glaube ich war in den 20er Jahren, da haben die irgendwie so ein, ich würde sagen fast ein Floß gebaut, irgendwie oben auf Grönland drauf und sind dann auf der anderen Seite runter geschlittert mit einem Segel. Und ich weiß nicht mehr, was es genau war, es waren ganz viele Schlitten reingebaut an irgendeinen Masten mit dem Zelt als Segel, so was würde ich mal gut gern machen und dann versuchen irgendwie da sicher runterzukommen.

Super, vielen Dank. Also für die nächsten Arktisreise sind wir auf jeden Fall gewappnet, würde ich sagen. Und alle ZuhörerInnern hier auch. - Dann hat die Band jetzt auch wieder eingepackt und die Musikshow ist vorbei und sie dürfen ein weiteres Mal würfen.

Schauen wir mal, jetzt geht es voran, eine Sechs, schauen wir mal, wo wir hinkommen, 1, 2, 3, 4, 5 und 6.

Ja Mensch, dann sind Sie jetzt auf einem Bahnhofsfeld gelandet. - Auf einem Bahnhofsfeld stellen wir ihnen jetzt eine Quizfrage und wenn sie die Frage richtig beantworten, haben sie die Möglichkeit dort stehen zu bleiben, weil die Leiter, auf der sie gerade stehen, nur nach unten führt. Und wenn sie die Frage allerdings falsch beantworten, dann rücken sie zurück und rutschen quasi die Leiter wieder runter.

Ganz wackelig, jetzt mal gucken, ob ich es schaffe.

Und zwar lautet die Quizfrage, wofür steht der Begriff Audimax?

Auditorium Maximum?

Ja, richtig.

Ich bin ganz rot.

Dann rutschen sie nicht nach unten und dürfen nochmal würfen.

Okay, dann schaue ich mal.

Eine Drei. - Eine Drei. Jetzt sind sie bei der naturwissenschaftlichen Fakultät angekommen.

Oh ja, da fühle ich mich ganz wohl.

Genau, in der naturwissenschaftlichen Fakultät wird ja auch viel mit Versuchen erforscht und deswegen würden wir sie bitten, die nächste Frage im Stil eines Experimentierprotokolls, eines Versuchsprotokolls zu beantworten. Wir brauchen natürlich für einen Versuchsprotokoll die Materialien, die Durchführung und das Ergebnis. Wir schreiben heute Donnerstag, den 25. August 2021, befinden uns in Tennenlohe und die Fragestellung unseres heutigen Versuchs lautet, was bringen einem eigentlich die Daten? Also, dass das Eis immer weniger wird, das wissen wir, aber was bringen die Daten und das Ergebnis ihrer Forschung dafür konkret? Warum ist es denn wichtig, dass sie das machen?

Jetzt muss ich natürlich erstmal den Durchführenden protokollieren, das ist der Herr Johannes Fürst, heute der diesen Versuch durchführt. Dine Fragestellung ist vielleicht auch ganz gut, nochmal ein bisschen konkretisieren. Zum Beispiel was Interessantes, was uns sehr interessiert, ist immer für die Zukunft jetzt beim Eis, wenn wir jetzt an Eisschilde denken, die sind immer sehr spannend, weil die sehr groß sind. Und da gibt es eben zwei, Entschuldigung, dass ich so ausführlich rutsche, ein bisschen zurück in die PhilFak wieder, tut mir leid, aber nur kurz um die Frage, die ich jetzt beantworten will, ein bisschen schärfer zu stellen, da haben wir eben die zwei großen Eisschilde, die haben halt, wenn die ganz wegschmelzen, so Grönland zu ungefähr 7 Meter mehr Spiegelanstieg, an der Antarktis ungefähr 10-mal so viel, ein bisschen weniger, so um die 58. Und eine große Frage ist ja, wie viel Eis schmilz denn da in den nächsten 100 Jahren, das ist sowas, was wir noch so ganz gut, auch ich ganz gut verstehen kann, bis in den nächsten 100 Jahren, wie viel da abschmelzen wird. Und wie kann man jetzt das abschätzen, wie macht man denn das? Welche Materialien brauche ich? Ich könnte es in natura beobachten, leider kann ich nicht so lange leben, also muss ich es ein bisschen anders machen. Und wie wird das bei uns in der Fakultät jetzt gemacht, da in unserem Institut. Wir können jetzt nicht ins Labor gehen und da irgendwas in Klein nachbauen, das funktioniert leider nicht so, weil da gibt es einfach zu viele Faktoren, die da ungewiss sind, das heißt, was wir oft versuchen, ist das in Modellen nachzubilden. Das heißt, es gibt ganz viele Modelle, die das grönländische Eisschild im Prinzip beschreiben und dann eben auch die Veränderungen in der Zukunft vorhersagen können. Und bei den Eisschilden ist es halt dann so, dass die auf sehr langen Zeitskalen reagieren, das heißt, die reagieren eigentlich nicht in den nächsten 100 Jahren, sondern die reagieren auf Zeitskalen von Tausenden von Jahren. Das heißt, wenn ich wissen will, was passiert in den nächsten 100 Jahren, muss ich eigentlich erstmal ein bisschen zurückgehen, um im Prinzip die Entwicklung schon mal für die letzten Tausenden von Jahren schon mal ein bisschen erfasst zu haben, um zu wissen, ob mein Modell gut ist. Das wäre so ein bisschen von dem Versuchsgedanken. Material, das ist erstmal mein Modell, das hat verschiedene Komponenten, da spielt wieder die Eisdynamik mit rein, da kommt auch das Klima mit rein, wie verhält sich es mit dem Schneefall, wie verändert sich der. Und dann Versuchsaufbau wäre dann im Prinzip von der Vergangenheit in die Zukunft, das Klima vorzuschreiben und zu gucken, wie das Modell eben reagiert. Und in der Vergangenheit kann man halt sehr gut erst mal gucken, ob das Modell sehr gut funktioniert hat, das kann man an verschiedenen Paläoproxies nennt man das weil lange Zeitskalen heißt, da hat keiner beobachtet, wenn wir tausende Jahre sprechen, dann war da kein Messinstrument mehr gestanden. Dann gibt es irgendwelche Proxidaten, das können so was sein wie Baumringe, damit kommt man zurück, jetzt vielleicht tausende Jahre, oder dann, was dann eben viel bekannter ist und weiter zurück geht sind Eiskerne wieder um, da sind wir wieder bei den Pfannkuchen, oder wenn wir noch weiter zurückgehen wollen, dann ist auch oft mal so Ozeansedimentkerne, werden gezogen und geguckt, wie sich da das verändert hat. Da kann man dann auch Rückschlüsse ziehen auf Klima oder auch selbst was auch gemacht wird ist auf wie viel Eisberg kamen denn von Grönland und wie viel Material haben die mitgebracht und das hat sich dann wieder abgesetzt unten a Boden. Und jetzt schweife ich schon wieder ab, ich bin zu stark in der PhilFak. Zurück zum Experiment. Also wir haben gewisse Kalibrierungsdaten, um unser Modell aufzusetzen. Wir wissen im Prinzip dann ein bisschen, passt das Modell für die Vergangenheit und dann würde man nur noch im Prinzip gucken. Und zu unserer Fragestellung, wie verändert sich es in den nächsten 100 Jahren, was brauchen wir noch, die letzte Zutat fürs Experiment wäre, wie verändert sich das Klima in der Zukunft. Das wissen wir jetzt erstmal nicht, können wir abschätzen und da gibt es jetzt vom, wie ich sagte vom letzten Klima-Report, wie heißt der denn, IPCC-Klimabericht, einfach nur Klimabericht, glaube ich genau. Und der kam jetzt am Anfang August eben raus und da gibt es verschiedene Szenarien fürs Klima, wie es weitergehen kann. Wir wissen es einfach nicht. Es hängt davon ab, wie die Emission in der Zukunft eben verlaufen werden und da gibt es verschiedene Szenarien. Ein recht niedriges, was relativ schnell die Emission auf 0 zurückdrückt, ein paar mittleren, ein paar hohe und dementsprechend würde man wahrscheinlich dann mehrere Modellverläufe aufsetzen und das Modell in die Zukunft laufen lassen für die nächsten 100 Jahre unter den verschiedenen Klimabedingungen. Und dann wüsste man auch schon, wie viel eventuell abschmilzt.

Wie kann ich mir denn so ein Modell vorstellen? Wie, ist das im Computer irgendwie, oder ist das wirklich was, was ich haptisch anfassen kann, was ist so ein Modell, wie sieht das aus?

Am schönsten wäre es, wenn man es haptisch anfassen kann und das ist auch einer der größten Schritte, den glaube ich jeder von uns dann als Modellierer durchvollziehen muss, sich irgendwie an ein Computerprogramm im Prinzip ranzuwagen, zu versuchen, zu verstehen, welche Komponenten hat das. Die können beliebig komplex sein. Es gibt ja nicht nur Eisschildemodelle. Es gibt ja für verschiedene Subsysteme im Erdsystem Modelle, die das eben beschreiben. Und das finde ich echt so, wenn die Reise jemand mitmacht, finde ich es immer super gut, dass sich da drauf einlässt auf so ein Modell, das muss man auch ein bisschen mögen. Und so ein Modell besteht dann eben aus den, erst mal, die sind alle ziemlich historisch gewachsen, haben dann erst mal die Hauptkomponenten, jetzt wenn man an das Erdsystem denkt, ganz einfach mal Atmosphäre, Ozean und Land, vielleicht so was. Und dann kam später vielleicht irgendwie so etwas wie Kryosphäre dazu, vielleicht Landnutzungssachen, die so ein bisschen jetzt nicht nur Landbedeckung, vielleicht auch, dass man ein bisschen so industrielle Aktivität mit drin hätte, Kohlenstoffzyklus. Ich weiß natürlich, ich will jetzt nicht zu weit ausholen, aber die haben ja verschiedene Modelle, Komponenten und ein Gletschermodell ist jetzt nicht weiter kompliziert. Hat Eisdynamik, hat Schneefall, Abschmelzprozesse mit drin. Und da hört es eigentlich schon auf.

Das heißt, ich habe im Grunde in diesem Computerprogramm ein Bild von so einem Gletscher und da kommen ganz viele Daten, die diesen Gletscher dann beeinflussen. Und das kann ich dann so sehen. Hab ich das richtig verstanden?

Ganz genau, im Prinzip, das Computermodell beschreibt im Prinzip nur die physikalischen Prozesse, die diese Entwicklung von dem Gletscher eben beschreiben und um es jetzt an irgendeinem Beispiel irgendwie aufzusetzen, wenn wir bei Grönland bleiben wollen, dann müsste man halt jetzt gucken, welche Daten haben wir denn für Grönland, wir speisen es in unserem Modell ein, versuchen das so bestmöglich, wie ich es jetzt vorher auch meinte, zu kalibrieren. Für Eisschilder bräuchte man jetzt lange Zeitreihen an Beobachtungen, für Gletscher ein bisschen weniger, da reichen vielleicht 100 Jahre. Und dann hat man sozusagen alle Daten, die man hat im Modell, wie man es so schön sagt, assimiliert oder aufgenommen oder berücksichtigt. Und damit würde man so eine bestmögliche Aussage eventuell für die Zukunft machen. Man kann sich so ein bisschen vorstellen, wie so Wetterprognose, ich glaube, das liegt bei uns allen bei Weitem näher. Man nimmt halt so die Wetterdaten für die letzten ein, zwei Wochen, speist die ins Modell ein, hat dann so ein Modelllauf, der ist relativ gut für den Heute-Zustand und lässt dann eben noch ein, zwei Wochen weiterlaufen und zu gucken, wie es weitergeht.

Was bringt denn diese Forschung ganz konkret für uns jetzt?

Genau, also ich finde es, was ich sehr spannend finde, ich komme jetzt von der Eis, also heute bin ich eher, beschäftige ich mich mehr mit Gletschern, aber früher habe ich sehr viel mit auf Eisschilden gearbeitet und wie sich die entwickeln. Und die sind halt eben auch relevant mit Meeresspiegelanstieg, sind die halt eben auch für alle von uns, es ist sehr zugänglich, wir wissen, da kommt da recht viel Meeresspiegelanstieg eventuell auf uns zu. Und die Fragestellung ist, wann sind die eventuell weg, schmelzen die ab, wie schnell geht das? Das ist irgendwie so was, das konnte ich bestimmt nach meinem Studium überhaupt nicht abschätzen. Und das ist so eine Frage, die hat mich irgendwie, das war so meine Doktorarbeit, und das hat mich echt angestachelt. Und meine Doktorarbeit war zu Grönland, die nächsten 100 Jahre im Prinzip, wie geht es da weiter und wie schnell geht es. Und interessant bei diesen Forschungen sind jetzt nicht nur diese 100 Jahre, weil dann geht es meistens bloß um Zentimeter oder 10 Zentimeter Meeresspiegelanstieg, aber es ist interessant, was ich finde, und das weiß ich nicht, wie weit man, da habe ich auch lange gebracht, das zu verstehen ist, diese Eisschilder, wie ich vorher schon meinte, die reagieren sehr langsam. Das heißt, in den nächsten 100 Jahren passiert zwar irgendwas, und da schmilzt ein bisschen was ab, aber während das in der Form von Grönland fast gar nichts sehen. Sas sieht irgendwie noch so ziemlich genauso aus wie heute. Aber wir haben was auf den Weg gebracht, was wir sehr schlecht rückgängig machen können. Das heißt, bei Grönland ist zum Beispiel jetzt die Sache, wenn man versucht zu gucken, wie sicher ist der heute Zustand, wie kann man den beschreiben. Und in den nächsten, hat man einfach mal die nächsten Tausende Jahre vorhergesagt, und man hat gemerkt, in den meisten oder in einigen dieser Fälle verschwindet das Eisschild. Was man gemacht hat, man hat einfach die Temperatur hochgesetzt, die globale Mitteltemperatur der Erde, und geguckt, ob wann geht es denn weg. Wenn ich es heute so lasse wie heute, hat man gemerkt, mit 1 Grad Erwärmung ganz grob heute, bleibt es noch da. Super, alles Paletti. Dann hat man den Temperaturregler noch weiter hochgeschoben, weil man ja gedacht hat, wird jetzt nicht gleich aufhören. Das heißt, man schiebt es so langsam hoch. Und hat einfach nur gesagt, man macht jetzt zum Beispiel 1,1 Grad und lässt es noch mal 10.000 Jahre laufen. Ja, bleibt immer noch da. Glück gehabt. 1,2 bleibt immer noch da. Und so langsam eben hoch, und dann hat man irgendwann gemerkt, ich weiß jetzt nicht mehr ganz genau, ab welchem Wert, ich glaube so 1,6. Plötzlich verschwindet komplett Grönland auf lange Sicht. Warum? Es ist jetzt nicht so, dass es immer graduell kleiner wird, sondern es bleibt im Prinzip bis 1,5, so auf 80% seiner Größe, wenn man dann 1,6 oder 1,7 geht. Womit es eigentlich geht es rund auf 20%. So von einem Moment auf dem nächsten, bizarr. Und das ist sowas, was Leute natürlich schon sehr interessiert, weil da geht es dann um 6 Meter Meeresspiegelanstieg. So ganz grob, 5, 6. Das war sowas, was man erst auch kommunizieren musste, nach außen tragen musste. Das bringen wir jetzt auf den Weg, im Prinzip für die nächsten tausenden Jahre, weil man es so schlecht umdrehen kann. Und was ist der Grund dahinter, warum passiert das dann so schlagartig an irgendeinem so Schwellwert? Das Problem ist daran, das haben Gletscher nicht so, oder eigentlich gar nicht. Und die Gletscher hängen hinten an ihren Bergen dran und ziehen sich einfach noch oben zurück. Und wenn es halt zu hoch wird, dann sind sie ganz weg. Grönland ist anders aufgebaut. Grönland ist so ein, ich nenne es mal so ein, wie nennt man das so ein Schokokuss, der auf einer Insel liegt. Und der ist im Prinzip einfach so ein Schokokuss aus Eis. Und wenn der runter schmilzt, langsam, wie man, wenn der kleiner wird sozusagen, dann wird es wärmer an der Oberfläche. Kennt man vielleicht, wenn man viele in den Bergen spazieren geht und man geht von oben runter, wird es halt wieder wärmer. Und wenn die Eisoberfläche runtergeht, wird es auch wärmer langsam. Und Grönland wird halt mit Erwärmung langsam kleiner. Und hier weiter man es treibt, kommt man in irgendein so einen Punkt. Da ist es einfach viel zu warm, als dass da überhaupt noch Eis sein kann. Es gibt einen gewissen, bis zu einem gewissen Punkt funktioniert es noch, da bleibt es oben kalt genug. Und ab einem gewissen Bereich ist es irgendwie zu warm überall. Und das ganze Ding, ich will es jetzt ungern kollabieren nennen, aber es fällt im Prinzip zusammen auf sehr lange Zeitskalen und verschwindet dann auf lange Sicht. Es kann sich dann einfach nicht mehr halten auf diese Insel.

Sie haben es heute irgendwie mit den Essensanalogien. Wir haben angefangen bei dem Pfannkuchen, jetzt sind wir bei den Schokoküssen. Ich bin jetzt schon gespannt, was als Nächstes kommt, deswegen dürfen Sie nochmal würfeln.

Einmal kurz gucken, ich habe nochmal eine Drei. Oh, jetzt geht es aufs, ich sage mal nicht, ich verrat es nicht, eins, zwei und drei.

Jetzt sind wir beim Sportgelände. Das heißt, wir haben wieder eine Spaßfrage vor uns, das ist ein rechteckiges Feld. Und wie man das natürlich vom Sport kennt, ich weiß nicht, ich gucke nur Sie Sport. Regelmäßig gerne, gar nicht, Wintersport vielleicht, Biathlon oder so.

Das war früher, ich habe zu meiner Studiumszeit ganz gerne, wie hieß das vielleicht nochmal, kurz überlegen, Curling geguckt. Das lief da, das ist so beruhigend.

Wie kommt man denn darauf, dass man gut im Curling ist, hat man einfach sehr gut seine Wohnung geputzt?

Ich weiß nicht, warum es mir gefallen hat, aber ich musste ganz viel lernen, und es war so unglaublich beruhigend, diesen Leuten beim Putzen zuzugucken.

Die beschweren sich wahrscheinlich, wenn wir das Putzen nennen.  - Vielleicht schneiden wir das lieber raus. Okay, da wir uns am Sportgelände befinden, haben Sie die Aufgabe, auf meine ReporterInantwort, die ich Ihnen gleich stelle, wie ein Spieler nach dem Spiel zu antworten. Und zwar, Herr Fürst, wir wollen unbedingt wissen, wo machen Sie denn am liebsten Urlaub? Sind das eher kalte Regionen oder warme Regionen? Es interessiert uns wirklich brennend?

Ich habe es eher mit kalten Regionen, es liegt irgendwie sehr nahe ich, Entschuldigung. Ich war auch dann irgendwie in längerer Zeit auch im Ausland, in Norwegen oben, und das hat mich einfach immer mehr angezogen. Das wärmere, das sieht man vielleicht an meiner Hautfarbe, zieht mich nicht so an, zieht mich schon eher hoch und ins kältere Gefilde, und da eigentlich dann wandern, auch gerne auch an der Küste entlang.

Das passt wunderbar. Als Forscher durch und durch würden wir sagen, dann dürfen Sie wieder würfeln. Eine Fünfe. - Mein Lieblingsfeld, wir befinden uns jetzt in der Bibliothek, und in der Bibliothek muss man natürlich sehr leise sprechen. Und deswegen haben wir die nächste Frage auch im Flüsterformat für Sie. - Bei welcher Gelegenheit in Ihrer Forschung könnte es passieren, dass Sie die 112 wählen müssen?

Das ist noch gar nicht so lange her, da war ich kurz davor, weil so Computerprogramme, die haben es ja so an sich, wenn man so Modellierung macht, dass die nicht immer genau das machen, was man will. Und in der letzten Woche wollte das Computerprogramm gar nicht laufen, und zwar für Wochen lang. Und das nagt so ein bisschen an einem, würde ich sagen, so am Gewissen. Und man hardert dann mit sich selber sehr lange. Und am besten ist es, glaube ich, fast so irgendwie 112 zu wählen, dass man irgendwelche mentale Hilfe hat, und dann vielleicht kurz kriegt, dass jemand über die Schulter klopft, dass alles noch gut ist.

So eine Hotline für Nervenzusammenbrüche oder Lob-To-Go. Ja, dann beenden wir unseren ASMR-Content für heute. Und sie dürfen nochmal würfeln und auch wieder nochmal sprechen.

Dann schaue ich mal, was das Würfelglück mir bringt. Oh, okay, das ist her.

Eine Eins. Ja, da freuen wir uns immer besonders, denn wir sind jetzt in einer Zoom-Konferenz. Und wie das manchmal so ist, hat man da schlechtes Internet. Und wir werden jetzt Ihnen sechs Fragen stellen, auf die Sie immer mit einem Wort antworten. Aber dadurch, dass Sie schlechtes Internet haben, hören Sie die Frage immer einmal verzögert um eine Antwort. Das bedeutet, Sie antworten immer eine Frage verzögert. - Das heißt, bei der ersten Frage dürfen Sie quasi sagen, ja, sorry, ich habe Internetprobleme. Ich schalte mal kurz meine Kamera aus, vielleicht funktioniert es dann wieder. Und dann geht es mit den tatsächlichen Antworten los, ab der zweiten Frage, wo Sie dann einfach auf die erste Frage sagen.

Alles klar.

Sind Sie bereit? - Ganz spontan.

Es kann losgehen, ich hör Sie gut.

Okay, perfekt. Wie riecht die Arktis?

Können Sie das nochmal kurz wiederholen? Oder ich glaube, ich sehe Sie gar nicht mehr. Ich muss nochmal hochfahren, warten Sie kurz.

Was ist Ihre Lieblingseissorte?

Kalt.

Welche Waffe wählen Sie gegen einen Eisbären?

Zitrone.

Was packen Sie für einen Urlaub als Erstes ein?

Weglaufen.

Was tun Sie, um sich aufzuwärmen?

Sonnenhut.

Warum schmelzen die Gletscher?

Schlafsack.

Okay, damit ist die Zoom-Konferenz beendet. - Sie haben sich sehr tapfer geschlagen. - Okay, dann dürften Sie auch schon weiter.

Dann jetzt nochmal mit einem größeren Sprung.

Eine Eins. - Dann sind wir jetzt an der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angelangt. Da wird ja ganz oft so im Gutachten-Stil gesprochen. Das müssen Sie jetzt nicht machen, keine Sorge. Aber Sie sprechen jetzt in Ihrer Antwort im Konjunktiv, zumindest am Anfang. Das ist, glaube ich, super anstrengend. Und wir ziehen die nächste Wissenschaftsfrage. - Was würden Sie sagen, wäre Ihr erster Kontakt zu Eis und Gletscher gewesen?

Mein erster Kontakt auf dem Gletscher wäre dann am liebsten eine Fahrt in Skandinavien gewesen zwischen Bergen und Oslo, hoch auf den Hardangervidda. Und da wäre ich dann vermutlich ausgestiegen, ganz oben. Und dort werde ich dann hochgelaufen auf einer langen Tour, um diesen Gletscher eben rum. Ich glaube, das erste hautnahe Erlebnis mit dem Gletscher zusammen wäre gewesen, dass ich da auf einem Schmelzwasserfluss, wo leider dann schon da ich die Tour ein bisschen zu spät geplant hätte, wären die Brücken schon abgebaut gewesen. Und dann hätte ich da vermutlich durch den Gletscherfluss durchschwimmen müssen, und vermutlich wäre es eisig gewesen.

Sind wirklich dadurch geschwommen?

Da hätte ich vermutlich durchschwimmen müssen.

Das ist ja Wahnsinn. Wir können jetzt, glaube ich, auch noch mal weiter reden. Ich habe jetzt nämlich noch eine brennende Frage. Jetzt waren Sie damals dann viel unterwegs auch an den Gletschern. Wie ist das denn heute in der Forschung? Kriegt man die Daten jetzt noch zugeliefert, oder sind da noch so richtige Exkursionen auch mit auf dem Programm?

Also jetzt hier in Erlangen vor allem und da mache ich vielleicht bisschen Werbung für die Kollegen jetzt, in der Geografie ist sehr viel Fernerkundung, das heißt satellitengestützt, aber damit erreicht man dann eben sehr große, räumliche Abdeckungen. Was immer das Problem ist bei der Feldarbeit oder vor Ort fahren, dass man immer bloß punktuelle Messungen hat, oder ein recht großes Institut ist, wo man dann großer Feldarbeit und dann auch flächendeckendere vielleicht machen könnte. Jetzt sind wir wieder im Konjunktiv. Aber nichtsdestotrotz ist die Feldarbeit immer noch sehr wichtig. Ich finde nicht nur immer ausschließlich, natürlich hauptsächlich wegen den Messdaten, daher kriegen wir auch im Prinzip das Geld. Und ich, es ist auch wirklich so. Und damit würden wir dann Modelle kalibrieren oder Fernerkundungsdaten nochmal von der Aussagekraft verbessern, wenn uns mal ganz generell halt ohne jetzt in Details zu gehen. Aber was ich fast noch wichtiger finde, und das geht ein bisschen verloren, ich merke es jetzt auch in verschiedensten Stellen, wo ich jetzt eben auch gearbeitet habe, ist, dass die Leute auch mal vor Ort sind auf diesen Gletschern, jetzt vor allem, wenn man auch diese Modellierung macht, oder auch Fernerkundungsanalysen macht, man verliert irgendwie diesen Kontakt zu diesen Objekten selber, die da oben liegen. Man hat das zwar jeden Tag auf dem Bildschirm, aber man weiß im Prinzip doch nicht, was es ist. Und deswegen finde ich die Feldarbeit, diesbezüglich, sehr wichtig. Die Leute mal rauszubringen und einfach nochmal Kontakt spüren zu lassen zu diesen Gletschern. Ich hatte das Glück, während meiner Doktorarbeit da ganz öfter dabei zu sein. Und jetzt ist es leider ein bisschen weniger geworden, aber ich freue mich schon mal wieder auf die nächste Reise zu irgendeinem Gletscher, irgendwo auch oben drauf, wo es dann auch schön kalt ist. Genau, ein sehr beliebtes Reiseziel für mich.

Wann ist es so weit?

Da muss ich jetzt nochmal gucken. Also dieses Semester bzw. dieses Freisemester war es mir noch ein bisschen zu spontan, aber vermutlich, ich will nicht zu viel versprechen, meine Gruppenleute hören wahrscheinlich vielleicht rein, aber vermutlich nächstes Jahr, dann eben zu Ende der Saison und die ist bei uns dann Ende vom Sommer, also am Ende wäre so Herbst eigentlich dann.

Also ein neuer Urlaub, um nicht braun zu werden.

Da muss ich leider widersprechen.

Stimmt, doch, wie beim Skifahren wahrscheinlich, dass da oben die Sonneneinstrahlung auch durch das Eis und den Schnee vermutlich nochmal reflektiert wird, oder?

Den schlimmsten Sonnenbrand hatte ich an einen Tag, wo ich keine Sonne gesehen habe.

Dann dürfen Sie nochmal würfeln, wir sind noch nicht ganz am Ende. - Eine Vier. - Okay, damit kommen wir aufs Prüfungsabend. Das hat allerdings leider heute geschlossen. Deswegen stellen wir Ihnen einfach noch eine Frage, anstatt sie wieder zurückzuschicken. - Hat sich denn Ihre Forschung in den letzten Jahren durch den Klimawandel verändert?

Das ist eine sehr gute Frage, ich muss eindeutig ja sagen. Hat sich sehr verändert. Also erst mal gab es ein bisschen einen innerhaltlichen Sprung von Eisschilden zu Gletschern hin und da glaube ich, kann ich es glaube ich am besten erklären, was sich da denn geändert hat, weil das hat mich eigentlich ganz schön erschreckt, weil es noch so neu war, diese Gletscher und wie sie die verändert haben für mich, obwohl es recht nah an den Eisschilden dran ist. Und jetzt vor allem der Alpenraum, der bei uns so nah ist, da gibt es, da gab es eine Studie, ich weiß nicht, ob es jetzt eine ist, oder eine Zusammenfassung von mehreren Studien. Für die letzten, jetzt muss ich kurz überlegen, 50 Jahre, also seit meiner Geburt muss ich, oh Gott, das klingt schon schlimm, also 50 bin ich noch nicht, aber egal. Und so seit den 70ern, Mitte 70ern bis heute, so ganz grob. Und wie sich denn die Gletscher verändert haben. Mir war das nicht bewusst, mein Gott die Zahlen kann man zwar nachgucken, aber war für mich ziemlich erschreckend, da zu sehen, so mittel ist da ungefähr von der Fläche von den Gletschern, ist ein Viertel weg. Und das ist ungefähr so seit meiner Geburt, und das finde ich einfach ziemlich irre und ziemlich erschreckend. Das kann ich mir für mich selber halt sehr einfach im Prinzip jetzt sozusagen für meine Pension, wenn ich es mal so vorher sage, naja, dann ist halt vielleicht nochmal ein Viertel weg. Dann ist halt die Hälfte weg oder mehr. Und das ist eine Fläche, im Volumen heißt es eigentlich schon viel mehr.

So als, naja, ich sage jetzt mal 0815 Mensch, stellt man sich ja bei so was immer häufig die Frage, was kann man denn dagegen tun? Das ist ja so eine Frage, die gerade im Zuge des Klimawandels immer häufiger fällt. Und wenn Sie jetzt da als Forscher, als Wissenschaftler in dem Bereich arbeiten, gibt es überhaupt was, was man aus unserer Position raus tun kann?

Ja, es gibt halt verschiedene Ansätze und ich glaube die Totschlag Antwort ist im Prinzip zu sagen, den Klimawandel begrenzen. Da gibt es natürlich verschiedene Ansatzpunkte und da bin ich natürlich, da geht es dann vielleicht schon wieder ein bisschen zurück in die PhilFak oder in die Wirtschaftswissenschaften, auch ein bisschen wird es zurückgespielt. Aber wenn ich jetzt mal vielleicht ein bisschen kleinskaliger gerade im Moment denke, um das jetzt nicht so zu überladen mit der ganzen Debatte. Es gibt zumindest einige Versuche, die im Prinzip sehr, wie sage ich mal, herzzerreißend im Prinzip sind, wo sie versuchen, die Gletscher eben abzudecken, um Skiressourcen noch irgendwie zu erhalten und so. Und da legt man riesige weiße Planen dann aus, um dann eben den Gletscher dort zu halten. Und das bizarre ist dann, ich bin selber dran vorbeigegangen, dann auf dem Gletscher, dann kriegt man, dann haben die den abgedeckt, ziehen dann die Decke wieder runter, bevor der Winter kommt. Und dann ist da so eine Geländestufe von einem Meter drin, einfach vertikal, weil da die Decke drüber waren, drunter war sie nicht und da ist es abgeschmolzen. Aber das ist eher so ein Tropfen auf dem heißen Stein, als aufhalten wird man es damit nicht können. Und eine Sache, die mir, ich bin so ein Pendler und das ist ganz schlimm, weil ich relativ weite Anfahrtstrecke zur Arbeit eben habe. Und ich fahre aus dem Auto und ich, es gab mal jetzt vor einigen, von ein, zwei Jahren, also eine Studie, wo einfach gesagt hat, wie viel Kohlenstoffausstoß bewirkt denn, wie viel Tonnen Gletschereis schmilzt denn? Nur Gletscher, da geht es nicht um die Eisschilder, das ist bei Weitem weniger. Und da kann man einfach Kohlenstoffausstoß zu Gletscherkilogramm berechnen und das habe ich mir mal ausgerechnet, weil ich das spannend fand für mich als, da kam so eine Zahl hoch von, jetzt weiß ich es nicht mehr ganz genau, ich glaube 50 Meter, ich glaube 500 Meter fahren ist ein Kilogramm Eis auf lange Sicht geschmolzen von jedem von uns.

Was? Oha.

Also wenn ihr 500 Meter gehen könnt oder 500 Meter fahren könnt, könnt ihr sozusagen euch weltweit 50, also ein Kilogramm Eis, das ist so ein kleiner Würfel, ich glaube 10 auf 10 Zentimeter, so groß und ich habe es mir für mich ausgerechnet, wenn ich hier herfahre, das ist ganz böse, das ist ganz dunkel, ich sage jetzt nicht wie weit es ist, aber das ist ein großer Würfel, ich habe es in Zuckerwürfel und dann ausgerechnet, ich weiß nicht mehr wie viel es waren, aber es waren riesige Berg Zuckerwürfelchen an Eis, der da verloren geht, wenn ich bloß hier rauffahre und zurück.

Dann überlegt man sich vielleicht beim nächsten Mal Kurzstrecke fahren, ob man vielleicht doch eher das Fahrrad nimmt. - Definitiv. Gut. Dann sind wir quasi am Ende angekommen, sie dürfen nochmal würfeln, um ins Ziel zu gelangen.

Oh, da ist noch ein Sprung, ich sehe es.

Wenn sie jetzt eine Null würfeln, kommen sie nicht mehr.

Ne, hat geklappt.

Sehr gut. Dann ist das R2-D2-Männchen jetzt auch ein Ziel und damit sind wir am Ende unserer Reise und damit auch am Ende von dieser Podcastaufnahme. Herr Fürst, wir danken Ihnen für die Zeit und für die Informationen zu Gletschern und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und viel Erfolg bei Ihrer Forschung. – Vielen Dank.

Ich danke euch.

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Language

German

Organisational Unit

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Producer

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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